Wir bekommen jetzt wahrscheinlich einen auf den Deckel, aber könnte die Formel Gott=Erde stimmen? Also, interessant ist diese Hypothese (und ist nicht alles, was mit Gott zu tun hat, Hypothese?) allemal, denn alles was wir brauchen und bekommen haben, ist von der Erde. Alles was uns am Leben erhält, kommt von diesem Planeten. „Frage und Du wirst erhalten.“ Ist doch irgenwie klar, oder? Das ist doch was Menschen sich auch hauptsächlich wünschen: Auto, Haus, schicke Kleidung, schöne Möbel, bla, bla, bla. Wenn das nicht von der Erde kommt, wo soll es denn herkommen? Ohne Erde sind wir nichts, auch wenn man schon dabei ist, im All eine neue Heimat zu suchen. Wir sind aus der Natur dieses Planeten entstanden (zumindest scheint dem so). Es ist alles eine natürliche Entwicklung. Dass bei dieser Entwicklung jetzt so ein bisschen was falsch gelaufen ist, hat die Erde wohl auch schon bemerkt (oder Gott). Denn was wir hier so alles anstellen mit diesem wunderschönen Planeten, der uns alles gibt und bisher immer für uns gesorgt hat, da muss ja irgendwo eine Fehlentwicklung gegeben haben.

Gebete erhören? Wer ist uns denn am nächsten? Die Erde. Sogar, wenn’s um Heilung geht. Kräuter, Wurzeln, Beeren und auch die Grundelemente der Medizin. Wir sitzen auf dem Stuhl auf der festen Erde (liebe Christchurch-Bewohner: bitte nicht böse sein), wenn’s nicht gerade wackelt. Wir atmen die Luft ein (solange sie noch einigermaßen sauber ist). Wir trinken das Wasser aus der Erde (solange es noch einigermßan trinkbar ist, bevor die Verschmutzung überhand nimmt). Mann, die Liste ist endlos. Und was machen wir? Wir beten und bedanken (wenn überhaupt noch) bei irgendeinem menschengemachten Konzept von Gott. Warum denn nicht bei der Erde? Warum stehen wir nicht jeden Morgen auf und bedanken uns, dass wir alle diese Dinge haben? Warum nehmen wir immer nur und nehmen und nehmen und nehmen???? Warum geben wir nicht manchmal nur ein bisschen Respekt (wie vor diesen Gott) und Dankbarkeit? Warum glauben wir mehr an ein Konzept als an dieses Wahnsinns-, Wunderding, das uns trägt und alles gibt, was wir brauchen?

Mutter Erde sagt man, aber da sind wir Kinder wahrscheinlich die verzogensten, gierigsten und undankbarsten Kinder, die es je in einer „Großfamilie“ gegeben hat. Aus der Mutter entsteht neues Leben. Hier noch ein Beweis. Sie sorgt für uns und steckt zurück. Frag mal die Erde, wie sie sich fühlt. Aber das macht man ja mit Gott (und meist mit der Mutter) auch nicht. Der oder die darf nicht fühlen, der oder die steht über alles. Und die Erde? Ja, sie hat ihre Grenzen, aber nur weil die Menschen nicht genug bekommen können und sie wie den letzten Dreck behandeln. Irgendwann wird sich die Erde erholen (wenn wir schon längst weg sind) und wird eine neue Gattung erzeugen, die ihr vielleicht ein bisschen näher kommt. Aber vielleicht sagt sie sich ja auch: „Nee, keine Kinder mehr.“ Wir wünschen Ihr jedenfalls, dass sie als Gottesgeschöpf nicht allzu lange und zu schwer an der jetzigen Gattung zu kämpfen hat.

Kuckt auch mal hier rein: „Memoirs of a Planet“. Die Erde fühlt! http://bit.ly/fYl7qz